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Der Gegensatz im Plan Gottes

  • Autorenbild: manfred.lobstein
    manfred.lobstein
  • vor 1 Tag
  • 4 Min. Lesezeit

„Geh hinweg, Satan; täusche mich nicht! Denn Gott hat zu mir gesagt: Du bist nach dem Ebenbild meines Einziggezeugten.“ (Mose 1:16).  


Satan, Versuchung und geistige Klarheit (Mose 1:7–23) 


Es gehört zum Wesen des Evangeliums, dass wahre Offenbarung fast immer im Spannungsfeld von Licht und Finsternis steht. Sobald Gott spricht, tritt der Widersacher hervor — nicht, weil er über größere Macht verfügt, sondern weil der Plan Gottes den Gegensatz erlaubt. Nur im Gegenüber von Wahrheit und Täuschung lernen wir, den Klang der Stimme des Herrn wirklich zu erkennen. 


In Mose 1 sehen wir dieses Gesetz des Gegensatzes in klarster Form. Nachdem Mose von Gott als dessen Sohn angeredet wurde und die Herrlichkeit des Herrn geschaut hat, wird er „sich selbst überlassen“. Seine natürliche Stärke vergeht, sein geistiges Erschrecken ist spürbar. Und genau in diesem Moment tritt Satan vor ihn hin. Er fordert Anbetung, er kopiert Gottes Worte, aber ohne Macht, ohne Licht, ohne Liebe. 

Warum lässt Gott das zu? Weil wahre Entscheidungsfreiheit immer die Möglichkeit braucht, beide Stimmen zu hören. Nur dann wird der Mensch fähig, nicht nur „richtig zu handeln“, sondern die Wahrheit zu lieben


Mose erkennt den Unterschied. Die Stimme Satans ist laut, aufdringlich, drängend — aber leer. Er sieht keinen Funken göttlicher Herrlichkeit in ihr. Darum spricht er mit einer geistigen Autorität, die nicht aus eigener Kraft kommt: „Geh hinweg, Satan!“ Und erst nachdem Mose im Namen Gottes Widerstand geleistet hat, kehrt die Herrlichkeit des Herrn erneut zurück. Der Gegensatz ist nicht das Ende der Offenbarung — er ist der Weg dahin. 


Auch wir stehen täglich in diesem geistigen Wechselspiel. Der Versucher lügt, täuscht, übertreibt und flüstert uns Identitäten ein, die uns klein und wertlos machen. Doch wenn wir — wie Mose — Christus im Herzen tragen, erkennen wir den Unterschied: Gottes Stimme erhebt, klärt, stärkt und führt immer näher zu unserer ewigen Bestimmung. 


Verse 9–10: Wenn die Gegenwart Gottes sich von Mose zurückzieht, bricht eine überwältigende Stille über ihn herein. Der Glanz der Herrlichkeit, der ihn getragen hat,  

weicht — und Mose steht wieder in der Nacktheit seiner Sterblichkeit. „Er war sich selbst überlassen“ heißt nicht, dass Gott ihn verlässt, sondern dass Mose wieder erfährt, wie begrenzt die menschliche Natur ohne die Kraft des Himmels ist. Er fällt zur Erde, nicht aus Schwäche des Glaubens, sondern weil die Erfahrung der Gegenwart Gottes seinen Körper physisch völlig überwältigt. Viele Stunden vergehen, bis er seine natürliche Kraft wiedererlangt (siehe auch Apostelgeschichte 9:3–8). 


Dieses Erleben der Überwältigung ist kein Einzelfall. Auch Joseph Smith stand körperlich erschüttert vor Gottes Gegenwart. Als er im Heiligen Hain betete, versuchte Satan, ihn von Gott abzubringen. Joseph berichtet, dass er sich selbst völlig ohnmächtig fühlte, bis die Kraft des Herrn ihn wieder erhob (Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:14–15). Wie bei Mose zeigt sich hier: Wenn die göttliche Gegenwart den Menschen berührt, übersteigt die spirituelle Erfahrung oft die natürliche menschliche Kraft. Erst durch die Rückkehr der göttlichen Unterstützung kann der Mensch wieder voll handlungsfähig werden, während sein Geist gleichzeitig reicher, weiser und an Gottesnähe zunimmt.  

Doch gerade diese Erfahrung schenkt ihm eine kostbare Einsicht: In der Gegenwart Gottes erkennt der Mensch sowohl seine eigene Nichtigkeit als auch seine unendliche Abhängigkeit vom Erlöser. Mose versteht nun: Ohne Gott ist der Mensch nicht verloren — aber er ist klein, zerbrechlich und völlig auf Gnade angewiesen. Diese Erkenntnis bereitet sein Herz auf die nächste Offenbarung vor: die Erkenntnis, wer Christus ist und wer wir in Ihm sein können. 


Mose 1:11: Unsere natürlichen Augen können Gott nicht sehen, weil Seine Herrlichkeit so rein, so vollkommen und so heilig ist, dass der Mensch sie nicht überleben könnte. Wie Mose sagt, hätte er in Seiner unmittelbaren Gegenwart „vergehen und sterben müssen“. Deshalb öffnet Gott dem Menschen geistige Augen, damit er Seine Herrlichkeit erkennen kann, ohne an Leib und Leben zu zerbrechen. Dieses Prinzip wird auch an anderen Stellen der Schriften bestätigt: „Niemand hat Gott je gesehen. Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht.“ (Johannes 1:18) und „Niemand kann das Antlitz Gottes sehen und leben“ (Exodus 33:20). So wird klar: Wahrnehmung göttlicher Herrlichkeit erfordert geistige Augen, die weit über unsere natürliche Sinnesfähigkeit hinausgehen. 


In Mose 1:23 finden wir einen bemerkenswerten Hinweis auf die Geschichte heiliger Offenbarung: „Und nun, dafür gab Mose Zeugnis, aber infolge von Schlechtigkeit ist es unter den Menschenkindern nicht vorhanden.“ Dieser Satz öffnet uns ein Fenster in das, was einst war — und was verloren ging. Er erinnert uns daran, dass Moses Zeugnis ursprünglich vollständig unter den Kindern Israels vorhanden war, doch im Lauf der Jahrhunderte durch menschliche Schlechtigkeit verdunkelt wurde. Nicht weil Gottes Wort schwächer geworden wäre, sondern weil Herzen verstockt, Schriften vernachlässigt oder Wahrheiten bewusst unterdrückt wurden. Die heiligen Schriften selbst geben dafür ein stilles, aber eindeutiges Zeugnis.  


Schon Jeremia klagt, dass „die Lügengriffel der Schreiber“ das Gesetz verfälscht haben (Jeremia 8:8). Jesus bestätigt später, dass „der Schlüssel der Erkenntnis“ den Menschen vorenthalten wurde (Lukas 11:52). Und Nephi sieht prophetisch voraus, dass „viele klare und kostbare Dinge“ aus den Aufzeichnungen entfernt werden würden (1 Nephi 13:26–29), wodurch viele die rechte Erkenntnis verlieren würden. 


Diese Zeugen sprechen miteinander im gleichen Geist: Gottes Wort bleibt ewig, doch die Bereitschaft der Menschen, es zu bewahren, schwankt. Darum ist jede Wiederherstellung zugleich ein Akt der Barmherzigkeit — ein erneutes Aufleuchten des Lichtes, das Gott niemals zurückgezogen, das der Mensch aber zeitweise verloren hat. 

So zeigt uns dieser Vers, dass der Bericht von Moses Begegnung mit Gott und seinem Kampf gegen Satan einst Teil seiner heiligen Aufzeichnungen war, jedoch nicht mehr in der überlieferten Form des Alten Testaments erscheint. Erst durch die Macht der Wiederherstellung, durch neu geschenkte Offenbarung, wurde dieses Licht wieder sichtbar gemacht. In der ruhigen Majestät dieses Satzes spüren wir, dass Gott seine Wahrheit bewahrt — auch wenn sie für eine Zeit unter den Menschenkindern verborgen blieb. 


Persönliches geistliches Zeugnis 

Ich bezeuge, dass der Gegensatz im Plan Gottes kein Hindernis, sondern ein Geschenk ist. Immer wenn ich zwischen Licht und Finsternis wählen musste, hat mir der Herr eine Klarheit geschenkt, die weit über mein eigenes Verständnis hinausging. Ich weiß, dass Christus uns befähigt, Versuchung zu überwinden, Angst zu bannen und die Stimme des Vaters zu erkennen. Wie Mose dürfen auch wir sagen: „Gott ist meine Stärke“ — und in dieser Stärke werden wir getragen, geläutert und geführt (2.Mose 15,2).

 
 
 

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