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Die Berufung, die Welt zu sehen, wie Gott sie sieht

  • Autorenbild: manfred.lobstein
    manfred.lobstein
  • vor 1 Tag
  • 5 Min. Lesezeit

„Denn siehe, dies ist mein Werk und meine Herrlichkeit: die Unsterblichkeit und das ewige Leben des Menschen zustande zu bringen.“ (Mose 1:39


Einleitung: Wenn Gott einem Menschen die Augen öffnet 


Es gibt Momente in der Offenbarungsgeschichte, in denen Gott einem Menschen nicht nur Worte gibt, sondern eine neue Sicht der Wirklichkeit schenkt. Mose 1 ist ein solcher heiliger Moment. Mose wird „auf einen überaus hohen Berg“ gehoben, entrückt aus der gewöhnlichen Welt, hinein in das Licht der Gegenwart des Allmächtigen (siehe Mose 1:1). Dort zeigt Gott ihm nicht nur Informationen, sondern öffnet ihm das Herz für den göttlichen Blick — einen Blick voller Erbarmen, Macht und ewiger Absicht. 

Mose sieht, wer Gott ist. Er sieht, wer er selbst ist. Und er sieht, wozu Gott ihn berufen hat. 

In diesen Versen wird ein prophetisches Muster sichtbar: Gott offenbart zuerst seine eigene Herrlichkeit, dann den Menschen, und schließlich dessen Berufung. So lernt Mose — und mit ihm wir — die Welt zu sehen, wie Gott sie sieht. 


1. Die außerordentliche Macht, die Mose übertragen wird (Mose 1:25) 

Nachdem der Herr Mose erwählt hat, spricht er eine bemerkenswerte Zusage: 

„Gesegnet bist du, Mose, denn ich, der Allmächtige, habe dich erwählt, und du wirst stärker gemacht werden als viele Wasser, denn sie werden dein Gebot beachten, als seiest du Gott.“ 

Diese Worte sind gewaltig. „Viele Wasser“ sind in der Schrift Sinnbild chaotischer, überwältigender Macht — wie Ozeane, die alles verschlingen können. Gott sagt Mose nicht, dass dieser von sich aus stark sei. Er sagt, dass göttliche Kraft in Mose wirken wird. 

„Erwählt“ zu sein bedeutet hier nicht Überhöhung, sondern göttliche Befähigung. Gott nimmt einen unbedeutenden Hirten und macht ihn zu einem Werkzeug, durch das sich seine Macht offenbart. Wenn Mose zum Wasser spricht, wird das Wasser gehorchen — nicht, weil Mose Gott wäre, sondern weil Gott durch Mose handelt

So zeigt dieser Vers: Berufung ist nie Selbstverwirklichung, sondern Gott-Verwirklichung. Wer sich von Gott senden lässt, empfängt Kraft, die nicht aus sich selbst kommt. 


2. Der bevorstehende Auftrag, Israels Befreier zu werden (Mose 1:26) 

Gleich darauf kündigt der Herr Mose an: 

Ich habe dich für einen Zweck erwählt, nämlich, dass du mein Volk aus der ägyptischen Knechtschaft befreien wirst. 

Hier beginnt die eigentliche Mission: Mose soll ein Befreier werden. Noch weiß er nicht, wie groß die Herausforderung sein wird, aber Gott weiß es — und er bereitet ihn darauf vor, indem er ihm zuerst zeigt, wer Gott ist, bevor er ihm zeigt, was er tun soll

So ist es immer mit göttlicher Berufung: Sie wurzelt in einer Begegnung mit dem Herrn. Erst wenn wir Gottes Stimme gehört und seine Macht gespürt haben, können wir die Last eines göttlichen Auftrags tragen. 


3. Die überwältigende Vision der Schöpfung (Mose 1:27–30) 

Dann weitet Gott Moses Blick in unfassbare Dimensionen: 

 Mose ließ seine Augen schweifen und sah die Erde, ja, selbst alles davon … und es gab da nicht die kleinste Seele, die er nicht sah”. 

Was für ein Erlebnis! Mose sieht: 

  • die ganze Erde, 

  • jedes Land, 

  • jeden Menschen, 

  • jede Seele, zahllos wie Sand am Meer. 

Und all das nicht mit natürlichen Augen, sondern „durch den Geist Gottes“. 

Diese Vision offenbart zwei Wahrheiten: 

  1. Gott kennt jeden Menschen einzeln. 


    Wenn Mose jede einzelne Seele sah, wie viel mehr sieht Gott sie! 

  2. Gottes Werke sind größer, als ein menschlicher Geist fassen kann. 


    Kein Prophet könnte diese Vision aus eigener Kraft ertragen. 

Als Mose all dies sieht, dringt eine Frage in sein Herz — dieselbe Frage, die in uns aufsteigt, wenn wir die Schöpfung betrachten: Warum ist dies alles so? Und wodurch hast du es gemacht? Mose ahnt: Wo so viel Herrlichkeit ist, da muss ein Sinn, ein Ziel, ein Zweck sein. 


4. Gottes Antwort: Alles ist durch den Sohn geschaffen (Mose 1:31–34) 

Gott antwortet Mose direkt und majestätisch: 

„Durch das Wort meiner Macht habe ich sie erschaffen, nämlich durch meinen einziggezeugten Sohn.“ 

Hier öffnet Gott das tiefste Geheimnis der Schöpfung: 

  • Der Vater ist der Ursprung. 

  • Der Sohn ist das schöpferische Wort. 

  • Die Schöpfung ist gewollte, geordnete Herrlichkeit. 

Und Gott geht noch weiter: 

„Welten ohne Zahl habe ich erschaffen … durch meinen Einziggezeugten.“ 

Das Evangelium lehrt: Christus ist nicht nur der Erlöser dieser Welt, sondern der Schöpfer zahlloser Welten. Unser Kosmos ist nicht Zufall, nicht Ausnahme, sondern Ausdruck unendlicher schöpferischer Macht. 

Dass Gott Adam „viele“ nennt, weist darauf hin, dass Menschsein nicht zufällig ist: Der Mensch ist das Ziel, das Zentrum, die Krone der Schöpfung. 


5. Der Herr beantworte Jahrtausende vor der Wissenschaft die Frage nach anderen Welten (Mose 1:35) 

Während Menschen erst seit einigen Jahrhunderten — besonders seit dem 19. und 20. Jahrhundert — wissenschaftlich fragen, ob es andere bewohnte Welten gibt, beantwortet Gott diese Frage Mose lange vorher: 

„Es gibt viele Welten … unzählbar für den Menschen; aber mir ist alles gezählt.“ 

Die moderne Astronomie spricht von Milliarden Galaxien. Gott sagte es Mose schon: 

  • Die Welten sind unzählbar für uns

  • Aber nicht unzählbar für ihn

Es ist, als wolle Gott sagen: Ihr seht nur einen Funken. Ich sehe das ganze Feuer. 


6. Die Schöpfungen Gottes nehmen kein Ende (Mose 1:36–38) 

Mose bittet weiter: 

Sei barmherzig und erzähle mir mehr …“ 

Und der Herr antwortet: 

„Der Himmel sind viele … wie eine Erde vergeht, so kommt eine andere … und es gibt kein Ende für meine Werke, auch nicht für meine Worte.“ 

Hier schenkt Gott einen Blick in die Ewigkeit: 

  • Die Schöpfung ist kein vergangenes Ereignis. 

  • Sie ist ein fortwährender göttlicher Akt

  • Gottes Werke enden nicht, weil seine Liebe nicht endet. 

Wo Gott ist, dort entsteht Leben — unaufhörlich. 


7. Der Zweck aller Schöpfungen (Mose 1:39) 

Und schließlich offenbart der Herr den Schlüssel zu allem, was Mose gesehen hat: 

„Dies ist mein Werk und meine Herrlichkeit: die Unsterblichkeit und das ewige Leben des Menschen zustande zu bringen.“ 

Das ist der Herzschlag Gottes. Das ist der Grund, warum Welten entstehen. Das ist das Ziel, warum Seelen geschaffen werden. 

Schöpfung ist nicht ein kosmischer Zufall, sondern ein Akt göttlicher Liebe, die zur Ewigkeit führt. 

Wenn Gott Welten erschafft, erschafft er Kinder. Wenn er Kinder erschafft, erschafft er Zukunft. Wenn er Zukunft erschafft, erschafft er Herrlichkeit. 


Schlussgedanke: Gottes Blick für unser Leben 

Wenn Mose lernt, die Welt mit Gottes Augen zu sehen, wird er verwandelt. Und genau das will Gott auch mit uns tun. 

Er möchte: 

  • unser Herz weiten, 

  • unseren Blick heben, 

  • unsere Identität festigen, 

  • und unsere Berufung offenbaren. 

Denn jeder von uns ist Teil von Gottes großem Werk — nicht zufällig, sondern gewollt. 


Persönliches geistliches Zeugnis 

Ich bezeuge, dass Mose 1 nicht nur eine alte Offenbarung ist, sondern ein Fenster in Gottes Herz. Ich weiß, dass Gott wirklich Welten ohne Zahl geschaffen hat und dass Jesus Christus der Schöpfer all dieser Welten ist. Ich weiß, dass wir für Gott keine Namenlosen in einer unüberschaubaren Masse sind, sondern geliebte Kinder, die er einzeln kennt und ruft. 

Ich weiß, dass „Dies ist mein Werk und meine Herrlichkeit“ nicht nur ein theologischer Satz ist, sondern ein Ausdruck vollkommener Liebe. Und ich glaube aus tiefstem Herzen, dass Gottes Blick auch heute Menschen verändert — so wie er Mose verändert hat — und dass sein Werk an uns weitergeht, bis wir ihn unsterblich und ewig sehen werden.

 
 
 

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