Gott ruft uns beim Namen
- manfred.lobstein

- vor 1 Tag
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„Fürchte dich nicht, denn ich habe dich ausgelöst, / ich habe dich beim Namen gerufen, du gehörst mir!“ (Jesaja 43:1).
Zusammenfassung: Mose 1:1–6
Mose wird auf einen hohen Berg *) entrückt und sieht Gott von Angesicht zu Angesicht, getragen von dessen Herrlichkeit (siehe Verklärung). Gott stellt sich ihm als der endlose, allmächtige Herr vor und offenbart Mose seine Identität: Mose ist sein Sohn, geschaffen im Ebenbild des Einziggezeugten, dem zukünftigen Erretter. Gott zeigt Mose einen Teil seiner unendlichen Werke, doch macht deutlich, dass seine Herrlichkeit und Schöpfung grenzenlos sind (siehe auch Mose 1:38). Schließlich beruft er Mose zu seinem göttlichen Werk und versichert ihm, dass ihm alles gegenwärtig und vollkommen bekannt ist.
*) Der „überaus hohe Berg“ ist in Mose 1 nicht nur ein geografischer Ort, sondern ein geistlicher Raum. Er steht symbolisch für die erhöhte Ebene, auf die Gott den Menschen hebt, wenn Er sich offenbart. Im Alten Testament ist der Berg fast immer der Ort, an dem Gott seinem Volk begegnet. Das ist kein Zufall. Der Berg steht symbolisch für den Tempel, für die heilige Höhe, an der Himmel und Erde einander berühren
Unsere Identität als seine Kinder
Bevor Mose irgendeinen Auftrag erhielt, bevor er Zeichen und Wunder sah, bevor er vor den Pharao trat oder Israel führte, geschah etwas Entscheidendes: Gott offenbarte sich ihm. Und in dieser Offenbarung lag das Geheimnis seiner Identität.
In Mose 1:1–6 tritt Mose in die Gegenwart Gottes und hört Worte, die die Grundfesten seines Wesens berühren. Gott stellt sich ihm vor als der „Herr, der Allmächtige", der „unendlich und ewig" ist — und dann, fast zärtlich und doch voller Majestät, sagt er: „Und siehe: Du bist mein Sohn."
Gott beginnt immer mit sich selbst
Wenn Gott einen Menschen beruft, beginnt er nicht mit Aufgaben, sondern mit Beziehung. Er zeigt Mose zuerst wer Er ist: der Schöpfer aller Welten, der Gott der Herrlichkeit, der Ursprung allen Lichts. Und erst in diesem Licht erkennt Mose etwas über sich selbst — etwas, das er zuvor nie in seiner Tiefe erfasst hatte.
So ist es auch mit uns. Unser Herz findet seine wahre Identität nicht in Leistung, Herkunft oder Selbstdefinition, sondern in der Offenbarung dessen, der uns geschaffen hat. Wenn wir Gott begegnen, wird unser eigenes Wesen klarer. Im Licht seiner Herrlichkeit verschwindet die Unklarheit über uns selbst, und wir beginnen zu begreifen: Wir sind seine Kinder.
Ein Name, der uns ruft
Gott ruft Mose beim Namen. Dieser Ruf ist nicht nur ein akustischer Laut — es ist eine Einladung. Ein Hinweis darauf, dass Gott uns sieht, uns kennt (siehe auch Johannes 10:3), uns liebt.
In einer Welt, in der Identität oft zerbricht oder zu einer Last wird, erinnert uns diese Szene an eine unerschütterliche Wahrheit: Unsere Identität ist nicht selbst gebaut, sondern göttlich empfangen. Wir gehören zu Ihm. Wir tragen seine Herkunft in uns. Unsere Würde stammt nicht aus menschlichen Maßstäben, sondern aus der ewigen Wirklichkeit, dass wir Kinder des Höchsten sind.
Erwählung und Nähe
Gott sagt im Vers 6 zu Mose: „Und ich habe eine Arbeit für dich,“ Doch die Berufung fließt aus der Identität — nicht umgekehrt. Mose wird nicht erwählt, weil er mächtig, mutig oder fähig wäre. Er wird erwählt, weil er ein Sohn Gottes ist. Und aus dieser Beziehung erwächst Kraft.
So ist es auch für uns: Unsere Nähe zu Gott definiert unser Leben. Wenn wir wissen, wer wir in seinem Plan sind, können wir mutig in jede Aufgabe treten, die vor uns liegt.
Wenn Gott unsere Identität enthüllt
Wer Gott erkennt, erkennt sich selbst. Wer sich selbst in Gott erkennt, erkennt den Sinn seines Lebens. Mose 1 zeigt uns, dass Identität immer von oben kommt — nie von innen oder außen. Sie ist Geschenk, Offenbarung, Gnade.
Persönliches Zeugnis
Ich bezeuge von Herzen, dass Gott jeden Menschen beim Namen ruft — nicht im abstrakten Sinn, sondern in einer persönlichen, liebevollen Wirklichkeit. Ich habe erfahren, dass meine eigene Identität erst dann Frieden fand, als ich mich lernte im Licht Gottes zu sehen. Er ist ein Vater, der uns kennt, uns formt und uns heiligt. Ich weiß, dass wir seine Söhne und Töchter sind — nicht durch Vorstellung, sondern durch ewige Wahrheit. Und wer zu Gott kommt, erfährt dieselbe Stimme wie Mose: „Du bist mein Kind.“ Dieses Wissen verändert alles.



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