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Gottes Werk geht weiter

  • Autorenbild: manfred.lobstein
    manfred.lobstein
  • vor 5 Stunden
  • 4 Min. Lesezeit

Mose ordiniert Josua


„Da gebot der Herr Mose: „Nimm Josua zu dir, den Sohn Nuns, einen Mann, in dem mein Geist wohnt, und lege deine Hand auf ihn;“ (Numeri 27:18



Es liegt eine stille, aber gewichtige Atmosphäre über diesem Kapitel. Kein dramatischer Aufruhr wie zuvor, kein Murren des Volkes, kein sichtbares Gericht. Und doch geschieht hier etwas Entscheidendes. In Numeri 27 beginnt sich eine Tür zu schließen – und gleichzeitig öffnet sich eine neue. 


Mose, der große Führer Israels, der Mann, durch den Gott sein Volk aus Ägypten geführt hat, steht am Ende seines Weges. Er selbst wird das verheißene Land nicht betreten. Diese Wahrheit ist schmerzhaft, nüchtern und zugleich von göttlicher Weisheit durchzogen. Denn Gottes Werk war nie an Mose gebunden – so sehr Gott ihn auch gebraucht hat. 


Gott richtet den Blick nach vorn. 


Nimm dir Josua … einen Mann, in dem mein Geist wohnt.“ (Numeri 27:18


Es ist bemerkenswert: Gott sucht keinen Strategen, keinen militärischen Genius, keinen charismatischen Redner. Er beschreibt Josua mit einer einzigen, entscheidenden Eigenschaft: „ein Mann, in dem mein Geist wohnt.“ 


Das ist das Kriterium göttlicher Führung. Nicht äußere Fähigkeiten, sondern innere Ausrichtung. Nicht menschliche Größe, sondern geistliche Tiefe. 

Und genau hier liegt eine Wahrheit, die sich wie ein roter Faden durch die ganze Heilsgeschichte zieht: Gottes Werk wird von Menschen getragen, die sich vom Geist Gottes leiten lassen – und nicht von sich selbst. 


Doch bevor Josua eingesetzt wird, begegnet uns eine andere Begebenheit, die auf den ersten Blick unscheinbar wirkt – und doch von großer Tragweite ist: die Geschichte der Töchter Zelofhads


Fünf Frauen treten vor Mose und bringen eine Frage vor, die bisher ungeklärt war: Was geschieht mit dem Erbe, wenn ein Mann keine Söhne hat? 


In einer patriarchal geprägten Gesellschaft ist das kein kleines Anliegen. Es geht um Identität, Zugehörigkeit und Zukunft. 


Und was geschieht? 


Mose entscheidet nicht vorschnell. Er bringt die Sache vor den Herrn. 

Und Gott antwortet. 


Er bestätigt nicht nur das Anliegen der Frauen, sondern schafft eine neue Regelung, die Gerechtigkeit ermöglicht. 


Auch hier wird etwas sichtbar: Gottes Werk ist nicht starr. Es ist lebendig. Es trägt nicht nur durch Generationen – es spricht auch in konkrete Lebenssituationen hinein. 


Die Töchter Zelofhads stehen für eine Generation, die fragt, die sucht, die sich nicht einfach mit bestehenden Strukturen zufriedengibt – und die bereit ist, ihre Anliegen vor Gott zu bringen. 

Und Gott hört. 


Wenn wir diese beiden Ereignisse nebeneinander betrachten – die Einsetzung Josuas und die Klärung des Erbrechts –, dann erkennen wir ein tiefes geistliches Prinzip: 

Gottes Werk geht weiter – durch neue Führung und durch neue Antworten. 


Es bleibt nicht stehen. Es hängt nicht an einer Person. Es ist größer als eine Generation. Diese Wahrheit finden wir immer wieder in den Schriften. 


Denken wir an den Übergang von Elia zu Elisa. Elia, der große Prophet, wird hinweggenommen – doch Elisa empfängt einen „doppelten Anteil“ seines Geistes und führt den Dienst weiter (2. Könige 2:9–15). 


Oder an das Neue Testament: Als Jesus seine Jünger verlässt, könnte man meinen, alles bricht zusammen. Doch genau das Gegenteil geschieht. Durch den Heiligen Geist beginnt sich das Werk auszubreiten – weiter als je zuvor. 


Auch im Buch Mormon sehen wir dieses Muster. Nach Zeiten des Abfalls beruft Gott immer wieder neue Propheten. Nach dem Tod eines Führers steht ein anderer bereit, geführt vom selben Geist. 


Und in der neueren Kirchengeschichte setzt sich dieses Prinzip fort. Nach dem Märtyrertod von Joseph Smith hätte das Werk enden können – menschlich gesehen. Doch Gott hatte bereits vorgesorgt. Unter der Führung von Brigham Young wurde das Werk weitergeführt, gefestigt und ausgedehnt. 


Gottes Werk steht nicht und fällt nicht mit einem Menschen. 


Und doch stellt dieses Kapitel uns eine sehr persönliche Frage. 

Denn es ist leicht, diese Wahrheit theoretisch zu bejahen – und gleichzeitig im eigenen Leben anders zu handeln. 


Wir neigen dazu, Dinge festzuhalten. 

Verantwortung. Einfluss. Gewohnheiten. 

Vielleicht auch geistliche Aufgaben. 


Vielleicht haben wir erlebt, wie Gott uns gebraucht hat. Vielleicht haben wir etwas aufgebaut, etwas begleitet, etwas geprägt. Und unmerklich entsteht der Gedanke: Ohne mich geht es nicht. 


Doch genau hier setzt Gottes Wort an – leise, aber klar: 

Sein Werk geht weiter. 


Die Frage ist nicht, ob Gott weitermacht. Die Frage ist, ob wir bereit sind, loszulassen. 

Sind wir bereit, andere einzusetzen, zu fördern, zu vertrauen? 

Sind wir bereit, Raum zu geben – auch wenn andere Dinge anders machen als wir? 

Sind wir bereit, wie Mose zu sagen: Herr, zeige du, wen du berufen hast

Gleichzeitig spricht dieses Kapitel auch zur nächsten Generation. 

Josua stand nicht plötzlich da. Er war vorbereitet worden. Er hatte Mose gedient, beobachtet, gelernt. 

Die Töchter Zelofhads warteten nicht passiv. Sie traten hervor, stellten Fragen, suchten Gottes Willen. 


Gottes Werk geht weiter – aber es braucht Menschen, die bereit sind, hineinzugehen. 

Vielleicht bist du gerade in einer solchen Phase. 

Vielleicht stehst du vor neuer Verantwortung. 

Vielleicht spürst du, dass Gott dich ruft – aber du fühlst dich noch nicht bereit. 

Dann höre auf das, was hier zählt: 

Nicht Perfektion. 

Nicht Erfahrung. 

Sondern: „ein Mann, in dem der Geist ist.“ 

Oder anders gesagt: ein Herz, das sich führen lässt. 

Am Ende dieses Kapitels steht kein Abschluss, sondern ein Übergang. 

Mose bleibt noch eine Zeit lang. Josua tritt noch nicht vollständig in seine Rolle. Und doch ist alles vorbereitet. 

Gott denkt weiter, als wir sehen können. 

Er baut nicht nur für den Moment – sondern für Generationen. 

Ich frage mich selbst dabei immer wieder: 

Halte ich fest – oder übergebe ich? 

Vertraue ich darauf, dass Gott auch ohne mich weiterwirkt? 

Und bin ich gleichzeitig bereit, meinen Teil treu zu tun, solange er mir anvertraut ist? 


Persönliches Zeugnis 

Ich habe in meinem eigenen Leben Momente erlebt, in denen ich merkte: Eine Aufgabe, die mir lange wichtig war, beginnt sich zu verändern. Zuerst war da Unsicherheit – und auch ein gewisser innerer Widerstand. Doch je mehr ich im Gebet darüber nachdachte, desto klarer wurde mir: Gott nimmt nichts weg, ohne weiterzuführen. 

Ich durfte erleben, wie andere Aufgaben übernommen haben – oft auf eine andere Weise, als ich es getan hätte. Und doch war spürbar: Der gleiche Geist wirkt. 

Das hat mein Vertrauen vertieft. Nicht in Menschen – sondern in Gott, der sein Werk trägt. 

Und ich habe gelernt: Loslassen ist kein Verlust, wenn es in Gottes Hände geschieht. Es ist Teil seines Plans.

 
 
 

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