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Wenn Kinder eigene Wege wählen

  • Autorenbild: manfred.lobstein
    manfred.lobstein
  • vor 2 Stunden
  • 4 Min. Lesezeit

“Und Adam und seine Frau trauerten vor dem Herrn wegen Kain und seiner Brüder.” (Mose 5:27). 

Wie gehst du damit um, wenn Menschen, die du liebst, Wege wählen, die du ihnen niemals wünschen würdest — und wie bewahrst du dabei Vertrauen in Gott? 


Brüder, Entscheidungen, Elternherz 

Als Adam und Eva ihre ersten Kinder zur Welt brachten, hatten sie keinen Vergleich, keine Geschichten anderer Eltern, keine Vorbilder und keine Mahnungen alter Zeiten. Ihre Familie war die erste Familie. Und wie jede Mutter, jeder Vater, sehnten sie sich danach, dass ihre Kinder den Weg des Herrn finden, dass sie Wahrheit erkennen, Frieden erleben und ihre Entscheidungen von göttlichem Licht geleitet werden. 

Doch die Schrift zeigt uns ein anderes Bild — eines, das vielen Eltern bis heute in die Seele spricht. 


„Und Adam und seine Frau trauerten vor dem Herrn wegen Kain und seiner Brüder.“ (Moses 5:27) 

Dieser Vers steht wie ein Seufzer zwischen den Zeilen der Menschheitsgeschichte. Er zeigt uns: Selbst die ersten Eltern, unter der persönlichen Unterweisung Gottes, sahen ihre Kinder Wege wählen, die sie zutiefst verletzten. 

Adam und Eva hatten ihren Sohn gelehrt. Sie hatten ihn zum Opferaltar geführt, hatten ihn die Gebote Gottes gelehrt, hatten ihm die Güte und die Warnungen des Herrn vor Augen gestellt. Und doch wählte Kain eine andere Richtung — Schritt für Schritt, Entscheidung für Entscheidung, bis er sich jenseits des hörbaren Rufes Gottes befand. 


Der Schmerz der ersten Eltern — und der Schmerz vieler Eltern heute 

Manchmal denken Eltern: „Wenn ich nur genug beten würde … wenn wir nur jeden Sabbat treu wären … wenn ich nur mehr Geduld hätte, mehr Liebe, mehr Zeit … dann würde mein Kind bleiben, glauben, hören.“ 

Doch Adam und Eva waren nicht nur gute Eltern — sie waren die bestmöglichen Eltern in einer Welt ohne Lärm, ohne Ablenkung, ohne Gesellschaftsdruck. Und dennoch: Ihr Sohn entfernte sich von Gott. 

Die Schrift ist erstaunlich ehrlich an diesem Punkt. Sie verschweigt den Schmerz nicht. Sie beschönigt nicht. Sie sagt: Sie trauerten. Sie wussten, dass jeder Mensch, auch ihr geliebtes Kind, einen eigenen Willen hat, eine Entscheidungsfreiheit, die selbst Gott nicht aufhebt. 

Für Eltern unserer Zeit wirkt dieser Vers wie ein Spiegel. Auch heute gibt es gläubige, sanftmütige, hingebungsvolle Eltern, deren Kinder andere Wege einschlagen: – ein Sohn, der den Glauben verliert – eine Tochter, die sich in Freundeskreisen bewegt, die sie herunterziehen – ein Jugendlicher, der sich verschließt, rebelliert, experimentiert – ein junger Erwachsener, der moralische oder spirituelle Entscheidungen trifft, die das Herz seiner Eltern brechen 

Viele Eltern fragen sich dann: „Was haben wir falsch gemacht?“ Aber manchmal ist das keine gerechte Frage. 


Die Entscheidungsfreiheit — Geschenk und Herausforderung 

Die Freiheit des Menschen ist ein hohes Gut im Plan Gottes. Sie ist keine methodische Schwäche Gottes, sondern eine notwendige Voraussetzung für jedes echte Wachstum, für jedes echte Bekenntnis, für jede echte Liebe. 

Doch diese Freiheit bringt Eltern an Grenzen, an denen nur Glaube weiterträgt. 

Adam und Eva konnten Kain lehren — aber nicht für ihn wählen. Du kannst dein Kind lieben — aber nicht an seiner Stelle glauben. Du kannst warnen, beten, vorleben — aber du kannst nicht steuern, nicht formen, nicht erzwingen. 

In einer modernen Familie zeigt sich dieselbe Dynamik oft in alltäglichen Momenten: Eine Mutter, die ihrem Sohn sagt, dass er sich selbst lieben darf, während er in seiner Klasse untergeht und sein Herz in Spiele und virtuelle Welten flüchtet. Ein Vater, der seiner Tochter sagt, dass ihr Wert nicht von Anerkennung abhängt, während sie sich in sozialen Netzwerken verliert und sich selbst kaum wiedererkennt. Eltern, die jahrelang ein Zuhause der Liebe und des Glaubens bauen — und dann zusehen, wie ein Kind sich immer weiter entfernt, während ein anderes im selben Haushalt blüht und reift. 

Die Frage ist nicht: „Was habe ich falsch gemacht?“ Die Frage ist: „Wie bleibe ich treu, wenn mein Kind sich entfernt?“ 


Gott weint mit Eltern 

Es ist bewegend, dass Gott selbst im Text zu Kain sagt: „ Warum bist du ergrimmt? Warum hat sich dein Antlitz gesenkt? “ (Mose 5:22)  — als wollte Er den Schmerz seines Sohnes lindern, noch bevor dieser anderen Schmerz zufügen würde. Gott kämpft um Kain, ruft ihn, warnt ihn, wirbt um ihn. 

Wenn Gott selbst um ein Kind ringt und es dennoch freie Entscheidungen trifft — wie viel mehr dürfen wir als Eltern akzeptieren, dass wir nur begrenzten Einfluss haben? 

In der Schrift finden wir viele Beispiele: – Isaaks Sohn Esau ging seine eigenen Wege. – Samuels Söhne wandelten nicht in seinen Wegen, obwohl Samuel ein großer Prophet war. – Alma der Ältere sah seinen Sohn gegen die Kirche arbeiten, bis Gott selbst eingreifen musste. – Lehi sah Laman und Lemuel trotz Engelserscheinung den Weg des Widerstands wählen. 

Alle diese Eltern eint eines: Sie liebten, sie lehrten, sie flehten — und sie mussten dennoch loslassen. 


Die Rolle der Eltern: Treu bleiben, nicht kontrollieren 

Eltern können drei Dinge tun: 

  1. Lehren, soweit der Geist eingibt. 

  2. Lieben, auch wenn Wege auseinandergehen. 

  3. Loslassen, wenn der Wille des Kindes die Richtung bestimmt. 

Ein heutiges Beispiel: Ein Vater, dessen Sohn sich vom Glauben abwendet, entscheidet, jeden Tag dennoch für seinen Sohn zu beten — nicht mit der Erwartung einer schnellen Kehrtwende, sondern mit der Gewissheit, dass Gott seine Fürsorge kennt. 

Eine Mutter sieht, wie ihre Tochter in eine Beziehung gerät, die sie für schädlich hält. Sie sagt ihre Sorge klar, aber ohne Vorwurf, und öffnet die Tür für Gespräche, statt die Tür der Beziehung zuzuschlagen. 

Große Wirkung entsteht oft nicht durch große Worte, sondern durch stille Treue im Hintergrund. 


Gottes Perspektive: Wege sind länger, als wir sehen 

Kain verlor seinen Weg — aber die Schrift zeigt, dass seine Geschichte nicht die einzige ist. Es gibt auch Geschichten wie die des jüngeren Sohnes im Gleichnis, wie die Wandlung Almas des Jüngeren, wie das Wiederfinden verlorener Schafe. 

Gott arbeitet nicht in kurzen Linien, sondern in langen Bögen. Und Eltern sind eingeladen, in diese langen Bögen zu vertrauen. 


Geistliches Zeugnis 

Ich gebe Zeugnis, dass Gott jedes Elternherz sieht, das um seine Kinder ringt. Ich habe erlebt, wie Er Tränen sieht, die niemand sonst sieht, und wie Er Trost schenkt, wenn Wege unklar und dunkel werden. Ich weiß, dass kein Gebet einer Mutter, kein Seufzer eines Vaters verlorengeht. Gott achtet auf jedes Kind, selbst wenn es Ihn nicht achtet — und Er arbeitet in Seelen, auch wenn wir es nicht erkennen. 

Ich weiß, dass Eltern treu bleiben dürfen, ohne zu zerbrechen, weil Christus selbst trägt, was wir nicht tragen können. Und ich bezeuge, dass kein Weg so weit von Gott wegführt, dass sein Licht nicht dorthin reichen könnte. 

Halte dein Kind im Gebet — Gott hält es in seiner Hand.

 
 
 

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