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Du bist eine auserwählte Frau

  • Autorenbild: manfred.lobstein
    manfred.lobstein
  • 20. März
  • 4 Min. Lesezeit


Porträt von Emma Hale Smith

(Bild: Quelle)


“Siehe, deine Sünden sind dir vergeben, und du bist eine auserwählte Frau, die ich berufen habe.” (Lehre und Bündnisse 25:3). 


Historischer Kontext und Inhalt von L&B 25 

L&B 25“ ist eine besondere Offenbarung, die im Juli 1830 in Harmony, Pennsylvania, durch Joseph Smith, den Propheten, gegeben wurde – und zwar nicht an die ganze Kirche, sondern speziell an Emma Smith, seine Frau. Diese Offenbarung entstand in einer Zeit intensiver Verfolgung und großer persönlicher Belastungen: Emma war gerade am 28. Juni 1830 getauft worden, und kurz darauf erlebte die frühe Kirche in Harmony heftige Angriffe und juristische Auseinandersetzungen, die auch den emotionalen Zustand der Familie stark belasteten. 

 Die Offenbarung richtet sich direkt an Emma Smith und bezeichnet sie als „auserwählte Frau“ (D&C 25:3). Der Herr spricht zu ihr in einer sehr persönlichen Weise und beauftragt sie, ihrem Mann Joseph in seinen Bedrängnissen Trost zu spenden – mit „lindernden Worten im Geist der Sanftmut“ (Vers 5).  

Gleichzeitig wird ihr ein besonderer Auftrag erteilt: Sie soll – wenn nötig – als Schreiberin fungieren, bis Oliver Cowdery, der sonst als Schreiber diente, verfügbar ist (Vers 6). Weiterhin wird ihr die Aufgabe übertragen, Schriften zu erläutern, die Kirche zu ermahnen und eine Auswahl von heiligen Liedern zu treffen, die im Gottesdienst verwendet werden sollen (Verse 7–11). Diese Anweisungen umfassen also sowohl die Unterstützung ihres Ehemannes in seinen prophetischen Aufgaben als auch einen eigenen, inhaltlichen Beitrag zur Lehre und Anbetung in der Kirche. 


Wer war Emma Smith und wie erfüllte sie ihre Berufung? Emma Smith war – wie viele frühe Kirchenhistoriker betonen – nicht nur die Ehefrau des Gründers der Kirche des Herrn Jesus Christus, sondern auch eine Persönlichkeit, die durch ihre Treue, ihren Glauben und ihren unermüdlichen Einsatz entscheidend zum Aufbau der Kirche beitrug. Sie zeigte großen Mut und Standhaftigkeit angesichts von Verfolgung und familiären Widerständen. Ihre besondere Berufung als „auserwählte Frau“ bedeutete, dass sie von Gott persönlich dazu ausersehen war, der Kirche in einem spezifischen Dienst zu wirken. Später erfüllte sie diese Berufung, indem sie unter anderem: 

  • Trost spendete: Emma stand ihrem Mann in Zeiten großer persönlicher und öffentlicher Herausforderungen bei und ermutigte ihn in seinem prophetischen Wirken. 

  • Schriftliche Arbeit leistete: Obwohl sie die goldenen Platten – aus denen das Buch Mormon übersetzt wurde – nie selbst sah, war sie Zeugin des Übersetzungsprozesses. Sie diente als Schreiberin und bestätigte später, dass der Übersetzungsvorgang von Joseph Smith auf göttlicher Inspiration beruhte. 

  • Hymnenauswahl und -zusammenstellung: Fünf Jahre nach dieser Offenbarung veröffentlichte Emma das erste Liederbuch der Heiligen der Letzten Tage, in dem sie 90 Hymnen zusammenstellte. Dieses Werk legte den Grundstein für die Tradition des gemeinsamen Lobpreises in der Kirche. 

Zudem wurde sie später – in Nauvoo – zur ersten Präsidentin der “Frauenhilfsvereinigung” gewählt, was ihren bleibenden Einfluss im kirchlichen Frauenamt unterstreicht. 


Neben ihrer Rolle als „auserwählte Frau“ und der Verfasserin von hymnischen Sammlungen gibt es noch zahlreiche weitere Aspekte, die das Leben von Emma Smith faszinierend machen: 

  • Unerschütterliche Standhaftigkeit: Trotz persönlicher Tragödien – dem frühen Tod mehrerer Kinder, anhaltender Verfolgung und der tiefen Belastung durch die Einführung der Polygamie in ihrer Ehe – bewahrte Emma ihre innere Stärke und ihren Glauben. Ihre Fähigkeit, inmitten unvorstellbarer Widrigkeiten Trost und Hoffnung zu spenden, ist ein zentraler Bestandteil ihres Erbes. 

  • Prägende Führungsrolle: Als erste Präsidentin der Frauenhilfsvereinigung in Nauvoo war Emma nicht nur eine fürsorgliche Gastgeberin, sondern auch eine Pionierin in der Organisation und Erziehung von Frauen. Sie legte den Grundstein für eine Frauenorganisation, die – mit über sieben Millionen Mitgliedern weltweit – bis heute im sozialen und karitativen Bereich wirkt. 

  • Schriftstellerische Beiträge: Bereits während der Übersetzung des Buches Mormon fungierte Emma als Schreiberin. Ihre Arbeit in den frühen Tagen der Kirche prägte auch den späteren musikalischen und liturgischen Charakter der Gemeinschaft. 

  • Schutz und Bewahrung des Erbes: Emma spielte eine wichtige Rolle beim Sichern der Goldplatten und anderer zentraler Dokumente, was entscheidend für die Übersetzung und das spätere Zeugnis des Buches Mormon war. 

  • Komplexe Beziehung zu Joseph Smith: Ihre Ehe mit Joseph Smith war von tiefen Gefühlen, aber auch von Konflikten geprägt – insbesondere im Hinblick auf seine geheimen pluralen Ehen. Emma war stets bemüht, ihren Glauben an die göttliche Berufung ihres Mannes zu bewahren, während sie gleichzeitig den Preis, den diese Praxis forderte, zu tragen hatte. 

  • Neubewertung in der Geschichtsschreibung: In den letzten Jahrzehnten haben Historiker wie Linda Newell, Valeen Tippetts Avery und Jennifer Reeder das Bild von Emma Smith neu beleuchtet. Diese Forschungen stellen sie nicht nur als passive Begleiterin dar, sondern als aktive Gestalterin der frühen Kirche, deren Beiträge – von der Organisation der Frauenhilfsvereinigung bis hin zur theologischen Ausgestaltung kirchlicher Musik – bislang oft unterbewertet wurden. 

Diese Aspekte zeigen, dass Emma Smith weit mehr war als nur „Joseph Smiths Frau“. Ihre Führungsqualitäten, ihre schreiberische Tätigkeit und ihr unerschütterlicher Glaube haben sie zu einer Schlüsselfigur in der frühen Geschichte der Kirche gemacht. 


Russell M. Nelson und andere heutige Kirchenführer betonen in ihren Äußerungen zum Thema Emma Smith vor allem ihre Rolle als treue Begleiterin und Pionierin in den frühen Tagen der Wiederherstellung des Evangeliums. Dabei wird sie häufig als ein Beispiel für den unerschütterlichen Glauben und den Mut von Frauen in schwierigen Zeiten hervorgehoben – als jemand, der inmitten großer Herausforderungen, persönlicher Verluste und öffentlicher Verfolgung eine entscheidende Rolle spielte. In offiziellen Erklärungen und Schriften wird darauf verwiesen, dass ihr Dienst (wie etwa ihre Leitung der Frauenhilfsvereinigung und ihre Unterstützung beim Erhalt und der Übersetzung der Schriften) einen bleibenden Einfluss auf das kirchliche Leben hatte. Während einige historische Diskussionen (insbesondere zur Polygamie) umstritten bleiben, wird Emma Smith in der offiziellen Darstellung als „auserwählte Frau“ verehrt – als ein von Gott bestelltes Beispiel für Hingabe, Opferbereitschaft und Treue, das für alle Mitglieder, insbesondere für Frauen, inspirierend wirken soll. 

Diese Betonung ihrer Standhaftigkeit und ihres Dienstes dient heute dazu, den Mitgliedern der Kirche zu verdeutlichen, dass auch in herausfordernden Zeiten eine tiefe persönliche Hingabe an den Glauben möglich ist. Präsident Nelson und andere heutige Autoritäten verweisen immer wieder darauf, wie wichtig es ist, den Geist des Dienstes, des Glaubens und der Opferbereitschaft – Eigenschaften, die Emma verkörperte – in unserem eigenen Leben zu kultivieren. 


 
 
 

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