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Tue deine Berufung für die Kirche und auch vor der Welt kund

  • Autorenbild: manfred.lobstein
    manfred.lobstein
  • 17. März
  • 5 Min. Lesezeit



(Bild: Quelle)


“Tue deine Berufung für die Kirche und auch vor der Welt kund, dann wird dein Herz aufgetan werden, um fortan und für immer die Wahrheit zu predigen. Amen.” (Lehre und Bündnisse 23:2). 


Geschichtlicher Hintergrund zu L&B 23:1-7 

L&B 23:1–7 gehört zu den frühen Offenbarungen, die in der Anfangsphase kurz nach der Gründung der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage in den frühen 1830er Jahren empfangen wurden. Joseph Smith empfing eine Reihe kurzer Offenbarungen im Namen von fünf Freunden und Familienmitgliedern. Alle Offenbarungen sind von ähnlicher Natur und wurden wahrscheinlich nacheinander gegeben. Die fünf Empfänger waren Oliver Cowdery, Hyrum Smith, Samuel H. Smith, Joseph Smith Sr. und Joseph Knight Sr. Als die Offenbarungen 1833 im Buch der Gebote erstmals veröffentlicht wurden, erschienen sie jeweils einzeln als Kapitel XVII–XXI. Als die Lehre und Bündnisse 1835 veröffentlicht wurden, wurden die fünf Offenbarungen zu einem einzigen Abschnitt zusammengefasst. Diese Zusammenfassung blieb in allen nachfolgenden Ausgaben von Lehre und Bündnisse bestehen. 

Der Abschnitt richtet sich an fünf der frühen Gläubigen und enthält wesentliche Anweisungen zur Ausgestaltung von Autorität, Berufung und Verantwortung innerhalb der Kirche. Dabei wird deutlich, wie wichtig die persönliche Berufung und das Engagement jedes Einzelnen waren, um die wiederherzustellende Kirche auf einem Fundament biblischer Prinzipien aufzubauen. Gleichzeitig spiegelt der Text den Geist der Zeit wider: geprägt von Hoffnung, Unsicherheit und dem Streben nach einer authentischen, direkten Verbindung zu Gott. Diese Offenbarung ist somit nicht nur ein Lehrtext, sondern auch ein Spiegelbild der dynamischen und herausfordernden Umstände, in denen sich die frühen Heiligen der Letzten Tage befanden. 


L&B 23:1-2: Anweisungen an Oliver Cowdery 

Der Herr spricht in diesem Abschnitt direkt zu Oliver Cowdery und gibt ihm zwei zentrale Anweisungen. Zunächst wird ihm bestätigt, dass er gesegnet und ohne Schuld ist. Dennoch warnt der Herr ihn ausdrücklich davor, sich vom Stolz überwältigen zu lassen, da dieser ihn in Versuchung führen könnte (als Schullehrer war er viel gebildeter als Joseph der Prophet). Stolz kann nämlich dazu führen, dass man sich von der richtigen Ausrichtung abwendet und nicht mehr in Demut und Offenheit vor Gott lebt. 

Nur wenige Monate nach dieser Offenbarung geriet Oliver Cowdery mit Joseph Smith in einen Streit über einige Formulierungen in den Lehre und Bündnissen und darüber, wer das Recht habe, in der Kirche Offenbarungen zu empfangen. Oliver, einer der wichtigsten Führer der Kirche, wurde 1838 exkommuniziert, kam später aber wieder zurück. Wilford Woodruff berichtete von einem Gespräch, in dem Joseph Oliver warnte, dass niemand in der Kirche unentbehrlich sei. Joseph sagte, dass Oliver dachte, die Kirche würde zusammenbrechen, wenn er sie verließ. Als Oliver dies versuchte, fiel er. 

Die zweite Anweisung lautet, dass Oliver seine Berufung für die Kirche – und auch vor der Welt – bekanntmachen soll. Durch das offene Bekenntnis seines Rufes wird sein Herz aufgetan, sodass er in der Lage ist, fortan und für immer die Wahrheit zu predigen. Diese Worte unterstreichen, dass das Zeugnis und das öffentliche Bekenntnis des Glaubens nicht nur eine Verpflichtung sind, sondern auch eine Quelle der inneren Erleuchtung und des geistlichen Wachstums. 


L&B 23:3: Anweisungen an Hyrum Smith 

Der Herr spricht in diesem Vers direkt zu Josephs Bruder Hyrum Smith und beauftragt ihn mit einer dauerhaften, aktiven Rolle in der Stärkung der Kirche. Er hebt hervor, dass Hyrum in einem Zustand der Gnade lebt – „unter keinem Schuldspruch“ – und dass sein Herz offen ist und er frei von Zweifeln die Botschaft Gottes verkünden kann, nachdem er Sein Wort genügend studiert hatte (L&B 11:15-16). Seine Berufung ist es, durch ständiges Ermahnen die Kirche zu festigen. Dabei wird auch betont, dass diese Aufgabe nicht nur seine persönliche Verantwortung ist, sondern auch in Zusammenhang mit seiner Familie steht. 

Aufgrund von Fehltritten und letztlich auch wegen seines Stolzes schied Oliver aus der Kirche aus, und Hyrum trat dessen Nachfolge als zweiter Ältester der Kirche an, bekleidete später das Amt des zweiten Patriarchen (nach Joseph Sen.), war Prophet, Seher und Offenbarer der Kirche und fiel mit Joseph im Gefängnis von Carthage als Märtyrer (L&B 124:94-95; L&B 135:6). 


L&B 23:4: Anweisungen an Samuel H. Smith 

Der Herr spricht direkt zu Samuel H. Smith (Bruder von Joseph Smith) und bestätigt ihm, dass er "unter keinem Schuldspruch" steht – also in einem Zustand geistiger Reinheit und Gnade ist. Gleichzeitig weist er ihn darauf hin, dass seine spezielle Berufung darin liegt, die Kirche zu ermahnen und zu stärken. Anders als bei manchen anderen Berufungen ist Samuel noch nicht dazu berufen, vor der Welt zu predigen

Samuel H. Smith wird traditionell als der erste Missionar dieser Evangeliumszeit anerkannt. Kurz nach einer Offenbarung begab er sich mit einem Rucksack voller Exemplare des Buches Mormon auf seine Missionsreise. Anfangs war er entmutigt, da er nur wenige Exemplare verteilen konnte. Eins davon gab er an John P. Greene, einen methodistischen Pfarrer, der das Buch auf seiner nächsten Predigtreise mitnahm. 

Bei einem späteren Besuch bei der Familie Greene bot Samuel Rhoda Young Greene, der Matriarchin des Hauses, ein Exemplar des Buches an. Rhoda war tief bewegt, bat Samuel mit ihr zu beten und er versprach ihr, dass der Geist Gottes ihr Zeugnis von dem geben würde, was sie gelesen hatte. Innerhalb eines Jahres ließen sich sowohl Rhoda als auch ihr Mann taufen. Rhoda stellte Samuel ihrem Bruder Phineas Young vor, der später konvertierte und das Buch mit seinem Bruder Brigham Young teilte. 


L&B 23:5: Anweisungen an Joseph Smith Sen. 

Auch er ist ohne Schuldspruch und soll die Kirche für immer stärken und ermahnen. Er wird später der erste Patriarch der Kirche. 


L&B 23:6-7: Anweisungen an Joseph Knight 

Der Herr weist Joseph Knight, einem der ersten Freunde des Propheten an, sein Kreuz auf sich zu nehmen. Dies bedeutet, dass er in seinem Leben öffentlich und privat – vor der Welt, in seiner Familie, unter Freunden und an allen Orten – laut und aufrichtig beten soll (V. 6). Damit unterstreicht der Herr die Notwendigkeit einer konsequenten, beständigen geistlichen Praxis. 


Joseph Knight war zu der Zeit, als die Offenbarung in L&B 23:6-7 gegeben wurde (April 1830), noch kein getauftes Mitglied der Kirche. Obwohl er bereits ein Unterstützer von Joseph Smith und des wiederhergestellten Evangeliums war – er hatte unter anderem materiell geholfen, das Buch Mormon zu drucken –, zögerte er mit seiner Taufe. 

Er ließ sich erst später im Juni 1830 taufen, nachdem die Kirche am 6. April 1830 offiziell gegründet worden war. Die Aufforderung in L&B 23:7, sich „mit der wahren Kirche zu vereinigen“, kann daher als Hinweis darauf verstanden werden, dass er sich bald taufen lassen sollte. 


Aus L&B 23 lernen wir, dass jeder Gläubige eine individuelle Berufung hat, durch die er zur Stärkung der Kirche beitragen kann. Dabei ist es wichtig, in geistiger Reinheit und Demut zu leben und beständig – sowohl öffentlich als auch privat – zu beten. Indem wir unsere persönliche Verantwortung ernst nehmen und aktiv unsere Gemeinschaft ermutigen, bereiten wir uns darauf vor, den Lohn des treuen Arbeiters zu empfangen. 


 
 
 

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